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Emotionen & Wut

Angst bei Kindern erkennen und begleiten

Kinderängste sind normal und entwicklungsbedingt. Wann sie ein Warnsignal sind und wie Sie Ihrem Kind helfen können.

5 Min Lesezeit
Alle Eltern

Ängste gehören zur normalen kindlichen Entwicklung. Sie folgen einem typischen Muster: Fremdeln (6-8 Monate), Trennungsangst (1-3 Jahre), Angst vor Monstern und Dunkelheit (3-6 Jahre), Leistungsangst und soziale Ängste (Schulalter). Das Auftreten dieser Ängste zeigt eine gesunde kognitive Entwicklung.

Wann Angst über das normale Maß hinausgeht

Etwa 10-15% der Kinder entwickeln jedoch Ängste, die über das normale Maß hinausgehen. Warnsignal sind: starke körperliche Symptome (Bauchschmerzen, Übelkeit), Vermeidungsverhalten (will nicht mehr in die Schule), Schlafstörungen über Wochen, und erhebliche Einschränkung des Familienlebens.

Was nicht hilft

Was nicht hilft: Ängste kleinreden ('Da brauchst du keine Angst zu haben'), das Kind zwingen ('Stell dich nicht so an'), oder Vermeidung unterstützen ('Dann gehst du eben nicht hin'). All diese Reaktionen – obwohl gut gemeint – können die Angst langfristig verstärken.

Was hilft: ernst nehmen und begleiten

Was hilft: Die Angst ernst nehmen und validieren ('Ich sehe, dass du Angst hast. Das ist ein unangenehmes Gefühl'). Dann gemeinsam kleine Schritte planen, um sich der Angst zu nähern, nicht zu schnell, aber stetig. Psychologen nennen das 'gestufte Exposition'.

Die eigene Angst der Eltern

Die Rolle der Eltern ist dabei groß: Ängstlichkeit wird nicht nur genetisch weitergegeben, sondern auch vorgelebt. Wenn Sie selbst Ängste haben, lohnt sich die Arbeit daran doppelt, für Sie und für Ihr Kind.

Kernpunkte

  • 1Etwa 10-15% der Kinder entwickeln jedoch Ängste, die über das normale Maß hinausgehen.
  • 2Was nicht hilft: Ängste kleinreden ('Da brauchst du keine Angst zu haben'), das Kind zwingen ('Stell dich nicht so an'), oder Ver…
  • 3Was hilft: Die Angst ernst nehmen und validieren ('Ich sehe, dass du Angst hast.
  • 4Die Rolle der Eltern ist dabei groß: Ängstlichkeit wird nicht nur genetisch weitergegeben, sondern auch vorgelebt.

Praktischer Tipp

Bei anhaltenden, starken Ängsten: Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe zu suchen. Kognitive Verhaltenstherapie bei Kindern zeigt Erfolgsraten von über 60%. Je früher, desto besser.

Wissenschaftliche Quellen

  • Rapee, R. M. et al. (2009). Anxiety Disorders in Children and Adolescents. Cambridge University Press.
  • Lebowitz, E. R. (2020). Breaking Free of Child Anxiety and OCD. Oxford University Press.

Janik NotheisSportpsychologe (M.Sc.)

Sportpsychologe (M.Sc.) mit Erfahrung in der Betreuung von Leistungssportlern. Gründer von Parent Heart, weil Eltern dieselbe mentale Begleitung verdienen wie Spitzensportler.

Fachlich geprüft von:
Janik Notheis, M.Sc. Sportpsychologie
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