Schreien als Elternteil: Warum es passiert und was hilft
Fast alle Eltern schreien manchmal. Warum Schuldgefühle nicht helfen, aber Verständnis schon.
In einer Untersuchung der Universität Pittsburgh gaben über 90% der Eltern an, ihre Kinder mindestens einmal im Jahr anzuschreien, bei Eltern von Teenagern lag der Anteil noch höher. Schreien ist also kein Zeichen schlechter Elternschaft. Es ist eine zutiefst menschliche Reaktion auf Überlastung.
Was im Gehirn passiert, bevor es laut wird
Neurobiologisch passiert Folgendes: Wenn wir gestresst sind, aktiviert die Amygdala unsere Kampf-oder-Flucht-Reaktion. In diesem Zustand ist der präfrontale Kortex - zuständig für rationales Denken - vorübergehend 'offline'. Wir reagieren instinktiv statt überlegt.
Nicht der Ausrutscher, das Muster zählt
Das Problem ist nicht das einzelne Schreien, sondern das Muster. Häufige harte verbale Zurechtweisung wird in der Forschung mit stärkerer Belastung beim Kind und einer weniger sicheren Bindung in Verbindung gebracht. Gleichzeitig löst sie bei Eltern massive Schuldgefühle aus, die wiederum zu mehr Stress führen.
Der Weg aus dem Kreislauf
Der Weg aus dem Kreislauf: 1) Erkennen Sie Ihre Vorwarnzeichen (Kieferspannung, flache Atmung, innere Unruhe). 2) Entwickeln Sie einen "Notfallplan" (z.B. den Raum kurz verlassen). 3) Reparieren Sie nach einem Ausrutscher: "Es tut mir leid, dass ich geschrien habe. Das hattest du nicht verdient."
Kernpunkte
- 1Neurobiologisch passiert Folgendes: Wenn wir gestresst sind, aktiviert die Amygdala unsere Kampf-oder-Flucht-Reaktion.
- 2Das Problem ist nicht das einzelne Schreien, sondern das Muster.
- 3Der Weg aus dem Kreislauf: 1) Erkennen Sie Ihre Vorwarnzeichen (Kieferspannung, flache Atmung, innere Unruhe).
- 4Selbstmitgefühl ist dabei der wichtigste Faktor.
Praktischer Tipp
Selbstmitgefühl ist dabei der wichtigste Faktor. Forschung von Kristin Neff zeigt: Eltern, die sich selbst mit Mitgefühl begegnen, schreien langfristig weniger als Eltern, die sich ständig selbst kritisieren.
Wissenschaftliche Quellen
- Wang, M. T. & Kenny, S. (2014). Journal of Child Psychology.
- Neff, K. (2011). Self-Compassion.
Janik NotheisSportpsychologe (M.Sc.)
Sportpsychologe (M.Sc.) mit Erfahrung in der Betreuung von Leistungssportlern. Gründer von Parent Heart, weil Eltern dieselbe mentale Begleitung verdienen wie Spitzensportler.
- Fachlich geprüft von:
- Janik Notheis, M.Sc. Sportpsychologie
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