Nach der Geburt: So bleibt die Partnerschaft lebendig
Rund zwei Drittel der Paare erleben einen Zufriedenheitsrückgang nach der Geburt. Warum das normal ist und was das andere Drittel anders macht.
John Gottmans Längsschnittstudie zum Übergang zur Elternschaft beschrieb, dass rund zwei Drittel der Paare in den ersten drei Jahren nach der Geburt des ersten Kindes einen deutlichen Rückgang der Beziehungszufriedenheit erleben. Die ermutigende Seite: Ein Drittel berichtete von stabiler oder sogar gesteigerter Zufriedenheit.
Was die 33 Prozent anders machen
Was macht dieses Drittel anders? Gottman identifizierte drei Schlüsselfaktoren: 1) Sie sprechen regelmäßig über ihre Gefühle als Eltern, auch über negative. 2) Sie teilen die Elternarbeit als Team und wertschätzen den Beitrag des anderen. 3) Sie investieren bewusst in die Partnerschaft, nicht nur in die Elternschaft.
Wenn die Beziehung in den Betriebsmodus rutscht
Das häufigste Problem: Die Paarbeziehung wird auf 'Betriebsmodus' umgestellt. Gespräche drehen sich nur noch um Logistik ('Wer holt das Kind ab?'). Intimität wird auf 'irgendwann wieder' verschoben. Beide Partner fühlen sich als Elternteil überfordert und als Partner vernachlässigt.
Rituale, die gegensteuern
Praktische Gegenmaßnahmen: Das '6-Sekunden-Kuss'-Ritual (jeden Tag ein bewusster, langer Kuss), wöchentliche 'Paargespräche' (20 Minuten ohne Kinder-Themen), einander täglich eine Wertschätzung aussprechen, und monatlich ein Date, auch wenn es nur ein Spaziergang ist.
Die Übergangszeit ist normal
Wichtig für neue Eltern: Die Transition zur Elternschaft ist eine der größten Veränderungen im Leben eines Paares. Es ist normal, dass die Beziehung sich verändert. Entscheidend ist nicht, ob Konflikte auftreten, sondern wie Sie damit umgehen.
Kernpunkte
- 1Was macht dieses Drittel anders?
- 2Das häufigste Problem: Die Paarbeziehung wird auf 'Betriebsmodus' umgestellt.
- 3Praktische Gegenmaßnahmen: Das '6-Sekunden-Kuss'-Ritual (jeden Tag ein bewusster, langer Kuss), wöchentliche 'Paargespräche' (20…
- 4Wichtig für neue Eltern: Die Transition zur Elternschaft ist eine der größten Veränderungen im Leben eines Paares.
Praktischer Tipp
Parent Heart bietet die Möglichkeit, beide Elternprofile zu verknüpfen und gemeinsam die Familiendynamik zu reflektieren. So entsteht eine gemeinsame Sprache für die Herausforderungen und Stärken Ihrer Partnerschaft als Eltern.
Wissenschaftliche Quellen
- Gottman, J. & Gottman, J. S. (2007). And Baby Makes Three. Crown Publishers.
- Doss, B. D. et al. (2009). The Effect of the Transition to Parenthood. Journal of Family Psychology.
Janik NotheisSportpsychologe (M.Sc.)
Sportpsychologe (M.Sc.) mit Erfahrung in der Betreuung von Leistungssportlern. Gründer von Parent Heart, weil Eltern dieselbe mentale Begleitung verdienen wie Spitzensportler.
- Fachlich geprüft von:
- Janik Notheis, M.Sc. Sportpsychologie
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